Eine Welt ohne Adblocker

Letzthin ergab sich die Situation, dass ich ohne Adblocker im Web unterwegs war. Ein Trip durch die Webdesign-Hölle…

Seit es Browser mit Erweiterungen gibt, ist bei mir ein Adblocker installiert. Seit einigen Jahren also wird meine Webwahrnehmung gefiltert. Zuerst nur in den grossen Browsern am Desktop. Seit längerem aber auch auf den mobilen Apple-Devices (wer da ein gutes Tool sucht, dem sei 1Blocker empfohlen). Seiten laden schnell und bleiben übersichtlich.

Nun war letzthin eben der Adblocker ausgeschaltet. Ich konnte mich vor Newsletter-Angeboten, eingeschobenen Werbe-Containern, Cookie-Hinweisen und Click-to-action-Buttons gar nicht mehr retten. Selbst auf Portalen, wo ich jährlich eine stattliche Summe zahle, damit ich einen Premium-Zugang habe, fliegen mir die Werbebanner um die Ohren. Und: diese Banner sind seit den 00er-Jahren kein bisschen schöner geworden. Da blinkt und flimmert es, dass man sich auf einem mittelprächtigen LSD-Trip wähnt. Also: Sonnenbrille auf, Adblocker wieder an.

Liebe Webseitenbetreiber, Medien-Schaffenden und Blogportalanbieterinnen: Warum nur geht ihr den Pakt mit dem Teufel ein und lasst eure zahlreichen hochwertigen Inhalte hinter diesen grotesken Werbemechanismen verkümmern? Ist eure Sorge um mangelnde Klicks wirklich so gross?

Und liebe Zeitungsmacher, die Ihr mich gar nicht mehr zu euren Inhalten lasst, wenn ich meinen Adblocker nicht abschalte: Ihr wisst schon, dass ihr mich mit solchen Aktionen ein für alle mal als Kunden verliert? Eure Inhalte sind nicht unverzichtbar. Ich finde die Information auch woanders. Beziehungsweise: ich hätte sie vor lauter Werbebanner auf eurer Seite wohl eh nicht gefunden.
Dieser Beitrag erschien im Original im Publishing-Blog