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Kurz vor 2017

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen und so darf man sich einen Blick auf das Kommende gönnen. Da kommt mir die Trendliste von checkpoint-elearning.de gerade recht. Zwar bin ich nicht unbedingt Fan von solchen Listen, aber diese deckt sich dermassen gut mit meinem eigenen MindMap, dass ich sie gerne empfehlen kann.

Big Data und Learning Analytics
In der Werbung und der Medienwelt schon gang und gäbe, erreicht Big Data nun auch die Bildungswelt. Noch träumen (?) wir zwar alle von einem virtuellen Lern-Coach, der soviel über uns weiss, dass er uns in unserem Lernprozess begleiten kann. Im Jahr 2017 werden aber über diverse Bildungsplattformen und -Apps Daten gesammelt. Oft als Grundlage für bessere Lernsettings, oft sicher auch aus kommerziellen Gründen. MOOCs sind nicht immer so kostenlos, wie sie scheinen. Fest steht: Big Data kann helfen, bessere Lernangebote zu machen. Gleichzeitig braucht es aber auch Achtsamkeit, denn gerade beim Lernen werden sehr persönliche Daten sicht- und verfolgbar.

Return on invest

Die Forschung und Entwicklung der Pionierphase neigt sich dem Ende zu. Nun müssen sich Angebote im Markt bewähren und sich auch finanzieren. Das ist ein Prüfstand für manches Bildungsunternehmen. Es wird und soll zu einer Marktbereinigung kommen.

Gamification

Auch im 2017 immer noch ein Thema. Lernen soll Spass machen. Ich halte es zwar wie seinerzeit Clifford Stoll: Lernen macht keinen Spass!

Aber: das LernSETTING kann Spass machen, kann mich motivieren, kann mir beim Lernen helfen. 2017 sollen die unattraktiven, nicht intuitiven Lernangebote endlich verschwinden!

Customizing

Lernen ist ein individueller Prozess. Umso erstaunlicher, dass zum Lernen immer wieder gleichschaltende Materialien und Angebote benutzt werden. Compendio bietet seit Jahren individuelle Lernmedien (Customizing) und wird dieses Angebot ausbauen. Auch in digitaler Form.

M-Learning

Mobile, mobile, mobile. Daran müssen wir uns als Bildungsanbieter ausrichten. Punkt.

Augmented Learning

Smartwatches werden noch belächelt. Dabei geht vergessen, dass es neben Watches auch Ringe, Armbänder, Brillen und andere Geräte gibt, welche mit Sensoren uns und unseren Körper beobachten und uns in Zukunft sagen können, wann wir wie lange am besten was lernen. Sind wir konzentriert oder entspannt? Sind wir aufgeregt und brennen auf neues Wissen? Oder sind wir einfach zu müde und müssen es mit dem Franz-Voci gar nicht erst versuchen. Intelligente Apps werden uns das in Zukunft sagen können und uns gleich den passenden Lernhappen präsentieren.

Application Programming Interface

Weg mit der eierlegenden Wollmilchsau. Monolithische Lernsysteme gehören der Vergangenheit an. Vielmehr gilt es, verschiedene agile Kleinsysteme intelligent zu verknüpfen und zu nutzen. APIs helfen uns, Schnittstellen zwischen den verschiedenen Systemen zu bauen.

Corporate MOOCs und Minimum Viable Courses

Der Kunde will es, also liefern wir es. Betriebsinterne Online-Kurse, Lernhappen und knackige Lernmodule. Ich persönlich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Angebote nachhaltig sind und darum werde ich mich immer dafür einsetzen, dass einzelne Lernnuggets gut in ein ein nachhaltiges, langfristiges Lernsetting eingebettet bleiben.

School as a Service

Man holt sich, was man gerade braucht. Software, Inhalt, Bildung. Wenn man Bedarf hat, klinkt man sich in das Angebot eines Bildungsunternehmens ein und benutzt es solange, wie man will. Keine fixen Kosten, keine langfristigen Verträge. Angebot und Nachfrage perfekt aufeinander abgestimmt. Wir als Anbieter von Bildungsmedien ziehen da mit: „CONTENT AS A SERVICE“ ist unser alltägliches Credo.

IT-Sicherheit

Endlich, endlich richtet auch die Bildungswelt ihren Blick auf die IT-Sicherheit. Dabei geht es weniger um Malware, Viren oder andere Unannehmlichkeiten, gegen die man sich schützen kann. Vielmehr geht es um Datenschutz und Datensicherheit. Um den Schutz der Privatsphäre auch beim Lernen. Bei Anbietern wie auch bei Konsumenten entwickelt sich eine Sensitivität in diesem Bereich, die der Qualität von Lernangeboten zugute kommt.

 

Digital Natives waren gestern…

Wieder mal eine Studie. Zu den sogenannten Digital Natives. Ein Begriff, den ich persönlich nicht mag. Lieber spreche ich von Digital Residents und Digital Visitors. Aber darum müssen wir nicht mehr streiten. Denn in dieser Studie tauchen vier neue Typen auf. Weiterlesen

Nachtrag zu: Microsoft lässt die Bots los

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag zum Thema „Bots“ geschrieben. Dass Bots immer alltäglicher werden, beweist nicht nur die heutige Facebook-Konferenz (dazu folgt gleich auch noch ein Nachtrag), sondern auch der Umstand, dass es nun einen ersten AppStore für Bots gibt.

Botlist is an app store for bots

A new site launching today wants to be the app store for bots. Botlist, as it’s called, is a third-party database that’s a catalog a lot of the bots currently available across platforms, including email, web, SMS, Slack, mobile, apps, and more. There’s no question that bots are all the rage.

#Bots #Lerncoach #Digitalisierung #NeuesLernen #NeuesLehren #Zukunft

Zum Wochenende drei Fundstücke

Diese Woche sind mir aus meiner Twitter-Timeline drei schöne Textfundstücke hängen geblieben.  Alle drei kommen hier zu Ehren – ohne (zusätzliche) Worte. Schönes Wochenende! 

#Digitalisierung #Teamwork #Management Weiterlesen

Microsoft lässt die Bots los

Letzte Woche fand im Hause Microsoft die alljährliche Entwicklerkonferenz statt. Dabei kam ein Thema auf die Bühne, welches dereinst für die Bildungswelt von fundamentaler Bedeutung sein wird: Bots. Virtuelle Assistenten, die einem im Alltag beiseite stehen und uns mit Information versorgen. 

Die Medien haben das Thema aufgenommen und watson.ch hat sich sogar zu einer sehr prägnanten Schlagzeile durchgerungen: „Bald wird jede Firma einen Chat-Bot haben, so wie sie heute eine Website hat“. Eine steile These, sagt sie doch nicht anderes, als dass der Einsatz von Bots und künstlicher Bot-Intelligenz im Alltag Internet der Zukunft völlig normal und weit verbreitet sein wird.

Das tönt im ersten Moment noch etwas gar abstrakt und zukunftsgläubig. Tatsächlich sind wir aber schon jetzt von Bots umgeben. Siri, Cortana und Google Now. Aber auch die Google-Suche ist eigentlich nichts anderes als ein Bot. Dazu jedes halbwegs professionelle Supportformular, welches versucht, die Fragen der Kunden schon bei der Eingabe etwas zu büscheln und einzugrenzen. Freilich sind die Möglichkeiten der heutigen Bots noch sehr beschränkt. Von intelligenten Bots wie dem Bordcomputer der USS Enterprise sind wir noch ein paar Lichtjahre entfernt.

Microsoft lässt die Bots los: „Bald wird jede Firma einen Chat-Bot haben, so wie sie heute eine Website hat“

Microsoft glaubt, dass wir künftig immer öfter mit Chat-Bots kommunizieren – etwa, wenn wir online eine Pizza bestellen. Wie das genau funktioniert, zeigt das Unternehmen auf seiner Entwicklerkonferenz. Matthias Kremp, san francisco Haben Maus und Tastatur bald ausgedient? Nach Microsofts Ankündigungen auf der Build-Konferenz in San Francisco könnte man das meinen.

Im Bildungsbereich tauchen Bot-Konzepte immer wieder auf. Es geht um intelligente Lerncoaches, die einem Lernenden zur Seite stehen. Ein Lerncoach erkennt den aktuellen Lernstand, gleicht diesen mit formulierten Zielen ab und motiviert den Studierenden dann, noch intensiver in ein Thema einzutauchen oder noch mehr an einer Kompetenz zu feilen. Bisherige Versuche, solche Lern-Bots zu entwickeln, sind weitgehend fehlgeschlagen. Der Aufwand ist zu gross, die benötigte Menge an (sehr persönlichen) Daten steht selten zur Verfügung, die Entwicklung ist zu teuer und der Datenschutz macht auch noch einen Strich durch die Rechnung.

Und doch: grosse Konzerne wie Google, Apple, Amazon, Microsoft oder auch Facebook sind langsam aber sicher daran, die ersten drei Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. Der Aufwand ist kein Thema, wenn das Ergebnis Ertrag verspricht. Daten stehen in fast unendlicher Menge zur Verfügung, müssen einfach noch auf das Ziel hin konfektioniert werden. Und Geld spielt bei den genannten Firmen auch keine Rolle – siehe Aufwand vs. Ertrag. Bleibt noch der Datenschutz, aber auch da lassen sich kreative Lösungen finden. Ich rechne damit, dass Lern-Bots kommen werden. Und zwar nicht von klassischen Bildungsunternehmen sondern eben von den genannten Konzernen.

Da ist der Schritt von Microsoft (und auch anderen Anbietern) richtig und begrüssenswert, die Bot-Technologie öffentlich zu machen, teilweise als OpenSource zu entwickeln und als Bibliotheken der breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Somit haben kleinere Firmen die Möglichkeit, die Bot-Technologie zu benutzen und auf ein ganz bestimmtes Ziel hin zu entwickeln. Und das sollten wohl auch wir Bildungsanbieter in naher Zukunft tun.

#Bots #Lerncoach #Digitalisierung #NeuesLernen #NeuesLehren #Zukunft

Photo by brownpau