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Traut euch zu denken!

Dieses Interview bringt viele wichtige Aussagen zusammen. Nicht einfach jedem Experten glauben. Selber Wissen aufbauen. Eine Landkarte des Wissens aufbauen. Und: Das Wissen der anderen anerkennen. Gemeinsam meistert man die heutige Informationsflut besser.

Neuropsychologe im Interview – „Der blinde Glaube ans Expertenwissen ist ein Zeichen von Dummheit“

Der Neuropsychologe Ernst Pöppel fordert: „Traut euch zu denken!“ Er erklärt, was an der Informationsflut problematisch ist und wie Firmen Teamwork fördern können. Allzu oft verlaufen die Gedanken in den immer gleichen Bahnen, dabei wäre gerade jetzt viel Kreativität gefragt.

Experten sind schnell zur Stelle

In den heutigen Medien sind Experten omnipräsent und schnell zur Stelle. Wildfremde Menschen geben Stellungnahmen zu allen möglichen Themen ab. Bei der Schnelllebigkeit der Medien fragt man sich manchmal schon, wie sich der Herr oder die Frau Experte in der kurzen Zeit denn wirklich eine sachliche Expertise bilden konnte. Oder hat er und sie nicht wie wir alle einfach CNN angeschaltet und sich dann seine Sache zusammengereimt?

Wissen und Lernen

Item: um das geht es eigentlich gar nicht. Viel wichtiger ist bei diesem Interview mit Neuropsychologe Ernst Pöppel eine Passage, die klug und verständlich beschreibt, wie eigentlich Lernen in der heutigen Welt funktioniert:

Ich verfechte eine Dreifachgliederung. Jeder sollte lernen, eine bestimmte Sache perfekt zu können. Man sollte sagen können: „Ich bin Spezialist. Ich bin der Beste darin, vielleicht sogar der Beste auf der ganzen Welt.“ Zweitens sollte jeder die „Landkarte des Wissens in der Welt“ kennen – eine Art kanonisches Wissen darüber, auf welchen Feldern es weitere Experten gibt. Das Dritte ist: Wenn ich weiß, dass andere in anderen Bereichen tiefe Löcher bohren, dann muss ich das anerkennen und wertschätzen.

Reines Wissen kann man heute überall und sofort googeln, bingen oder wikipedieren. Diese Werkzeuge ergänzen die Landkarte des Wissens, die aber nur funktioniert, wenn man vorher in einem Thema gut, ja der Beste geworden ist. Es geht nicht nur um Wissen, sondern auch um Erfahrung, Fertigkeit, Motivation, Feuer. Und dann drittens eigentlich das Wichtigste: Die Anerkennung und Wertschätzung des Wissens anderer. Schön.

Und grad nochmals etwas Medienkritik

Um nochmals auf die schnelllebigen Medien zurückzukommen: das Original-Interview mit Herr Pöppel erschien in der Süddeutschen Zeitung. Der Tagi hat das Interview im Rahmen der Medienpartnerschaft aufgegriffen und ebenfalls publiziert. Nicht ohne den originalen Titel noch etwas zu schärfen und zu beschleunigen. Aus «Der blinde Glaube ans Expertenwissen ist ein Zeichen von Dummheit» (SZ) wurde flugs das weitaus griffigere und rasantere «Der blinde Glaube an Experten ist dumm».

#lernen #wissen #psychologie #experten

Die Granny Cloud oder das Loch in der Wand

Ein lesenswerter Artikel über Sugata Mitra, Professor für Educational Technology an der englischen Newcastle University. Einem, der loszog, um mit seinem Hole-in-the-wall-Experiment die Erkenntnisse von Bildungsforschern über den Haufen zu werfen. Mit dem Experiment wollte er zeigen, dass sich Kinder auch ohne traditionellen Schulunterricht selbst Dinge am PC beibringen können – selbst wenn sie vorher noch nie einen PC gesehen haben.

Sugata Mitra – the professor with his head in the cloud

The story of how Sugata Mitra put a computer in a hole in a Delhi wall at the end of the last century and how uneducated children used it to teach themselves all manner of things is now well known. So is the story of how Mitra’s work inspired the novel, Q&A, that became the film Slumdog Millionaire.

Mitra war es auch, der die „Granny Cloud“ ins Leben rief. Diese soll Kinder in infrastrukturarmen Regionen dabei unterstützen, sich selbstständig und mit der Hilfe von Freiwilligen (sogenannten „grannies“) Wissen anzueignen.

The ‚granny cloud‘: the network of volunteers helping poorer children learn

Every week Lorraine Schneiter, a former Open University tutor, sits down in front of her computer, opens up Skype, and calls a group of children in India. And then they chat. What about? „It depends on them. I have some suggestions up my sleeve but I always try to wait and see what they want to talk about.

Die Hochschul-Lehre von morgen

In Zukunft werden die Studierenden partnerschaftlich miteinbezogen“, ist sich Gudrun Salmhofer, Leiterin des Lehr- und Studienservices sowie stellvertretende Leiterin des Zentrums für Lehrkompetenz der Universität Graz, sicher. #Lehren #Lernen #Zukunft #Vernetzung #Trend Weiterlesen